Als Marketingberater sehe ich häufig, das es Momente im Leben eines Unternehmens gibt, in denen Marketing plötzlich auf der Agenda landet — ob man will oder nicht.
Die Marketingleiterin geht in Elternzeit. Der Founder merkt, dass er nicht mehr alles alleine stemmen kann. Ein Investor fragt nach der Marketingstrategie — und die Antwort ist unbefriedigend. Das Unternehmen wächst schneller als seine Strukturen.
In solchen Momenten taucht früher oder später die Frage auf: Brauchen wir jetzt jemanden? Und wenn ja — wen eigentlich?
Einer der Optionen, die dabei oft genannt wird, ist der Interim Marketing Manager. Aber was steckt wirklich dahinter — und wann macht das tatsächlich Sinn?
Was ist ein Interim Marketing Manager überhaupt?
Ein Interim Marketing Manager ist eine erfahrene Marketingfachkraft, die temporär in ein Unternehmen kommt — für eine definierte Zeit, mit einem klaren Auftrag.
Keine Festanstellung. Kein langfristiges Commitment. Aber auch keine externe Agentur, die Berichte schreibt und Empfehlungen gibt, ohne je wirklich ins operative Tagesgeschäft einzutauchen.
Ein Interim Manager ist innen. Er oder sie übernimmt Verantwortung, trifft Entscheidungen, setzt um — und geht wieder, wenn der Auftrag erfüllt ist oder eine langfristige Lösung gefunden wurde.
Das ist der Unterschied, der zählt.
Fünf Situationen, in denen Interim Marketing wirklich Sinn macht
Aus meiner Erfahrung gibt es einige Situationen, in denen diese Lösung nicht nur sinnvoll ist — sondern oft die beste Option.
1. Eine Schlüsselposition ist plötzlich vakant
Die Marketingleitung verlässt das Unternehmen — unerwartet oder geplant. Die Stelle ist ausgeschrieben, aber bis die richtige Person gefunden und eingearbeitet ist, vergehen Monate. Monate, in denen Kampagnen stillstehen, Prozesse einschlafen und das Team orientierungslos ist.
Ein Interim Manager überbrückt diese Zeit. Er hält nicht nur den Betrieb aufrecht — er nutzt die Zeit oft, um Strukturen aufzubauen, die dem Nachfolger den Einstieg erleichtern.
2. Das Unternehmen wächst schneller als seine Marketingstruktur
Viele Startups und Scale-ups kennen dieses Problem: Das Produkt funktioniert, die Kunden kommen — aber Marketing passiert noch irgendwie nebenbei. Kein klares System, keine Prozesse, kein Reporting.
Irgendwann kippt das. Und dann braucht es jemanden, der nicht nur Ideen hat, sondern Strukturen aufbaut, die mit dem Unternehmen wachsen können.
3. Ein konkretes Projekt braucht Senior-Expertise
Website-Relaunch. Markteintritt in einem neuen Land. Launch eines neuen Produkts. Solche Projekte brauchen Erfahrung — und oft ist die intern nicht vorhanden.
Statt eine Agentur zu beauftragen, die das Projekt von außen begleitet, bringt ein Interim Manager die Expertise direkt ins Unternehmen. Näher am Produkt, näher am Team, näher an der Realität.
4. Das interne Team braucht Führung und Orientierung
Ein Marketingteam ohne klare Führung verliert schnell den Fokus. Jeder arbeitet, aber niemand weiß genau, worauf. Prioritäten fehlen. Ergebnisse bleiben aus.
Ein Interim Marketing Manager übernimmt in solchen Situationen die fachliche Führung — gibt dem Team Struktur, Richtung und die nötige Unterstützung, um wirklich effektiv zu arbeiten.
5. Der Founder will Marketing endlich aus den eigenen Händen geben
Das ist vielleicht die häufigste Situation, der ich begegne. Ein Founder, der Marketing bisher selbst gemacht hat — aus Notwendigkeit, nicht aus Überzeugung. Der weiß, dass es professioneller werden muss, aber keine Zeit hat, sich darum zu kümmern.
Ein Interim Manager übernimmt. Nicht nur operativ, sondern strategisch. Und sorgt dafür, dass am Ende Strukturen stehen, die das Unternehmen selbstständig weiterführen kann.
Was kostet ein Interim Marketing Manager?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.
Auf den Umfang, die Seniorität, die Laufzeit und darauf, ob die Zusammenarbeit projektbasiert oder als monatliches Retainer-Modell strukturiert ist.
Als grobe Orientierung für den deutschen Markt: Ein erfahrener Interim Marketing Manager kostet zwischen 2.000 und 6.000 Euro pro Monat — je nach Stundenumfang und Verantwortungsbereich.
Das klingt nach viel. Aber im Vergleich zu einer Festanstellung auf Senior-Level — inklusive Recruiting, Onboarding, Gehalt, Sozialleistungen und dem Risiko einer Fehlbesetzung — ist es oft die deutlich günstigere und flexiblere Option.
Vor allem dann, wenn der Bedarf zeitlich begrenzt ist.
Was sollten Sie bei der Auswahl achten?
Nicht jeder Interim Manager passt zu jedem Unternehmen. Ein paar Dinge, die ich für wichtig halte:
Erfahrung auf Senior-Level. Interim Marketing macht nur dann Sinn, wenn die Person wirklich eigenständig arbeiten, Entscheidungen treffen und ein Team führen kann. Kein Juniorprofil, das begleitet werden muss.
Hands-on Mentalität. Ein guter Interim Manager schreibt keine Berichte, die niemand liest. Er setzt um. Der Unterschied zwischen Beratung und Interim liegt genau hier.
Klares Ziel von Anfang an. Was soll am Ende der Zusammenarbeit stehen? Welche Strukturen sollen aufgebaut sein? Ein guter Interim Manager stellt diese Fragen — und beantwortet sie gemeinsam mit Ihnen, bevor die Zusammenarbeit beginnt.
Übergabe als Teil des Auftrags. Das ist für mich persönlich das wichtigste Kriterium. Ein Interim Manager, der darauf ausgelegt ist, dauerhaft gebraucht zu werden, hat seinen Job verfehlt. Das Ziel muss immer sein: Strukturen aufbauen, die ohne einen selbst funktionieren.
Interim Marketing oder Fractional Marketing — was ist der Unterschied?
Diese Frage kommt oft. Der Unterschied ist eigentlich simpel:
Interim bedeutet in der Regel Vollzeit oder Vollzeit-nah — für eine begrenzte Zeit. Typisch bei Vakanzen oder großen Projekten.
Fractional bedeutet Teilzeit auf kontinuierlicher Basis — zum Beispiel zwei Tage pro Woche, dauerhaft oder für mehrere Monate. Typisch für Unternehmen, die regelmäßige Senior-Expertise brauchen, aber keine Vollzeitstelle rechtfertigen können oder wollen.
Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Welches besser passt, hängt vom konkreten Bedarf ab.
Fazit: Wann ist es die richtige Entscheidung?
Interim Marketing ist dann die richtige Entscheidung, wenn Sie schnell handeln müssen, Senior-Expertise brauchen, und keine Zeit für einen langen Recruiting-Prozess haben.
Oder wenn Sie Marketing endlich strukturieren wollen — aber jemanden brauchen, der nicht nur berät, sondern auch umsetzt.
Wenn Sie sich in einer dieser Situationen wiedererkennen: Ich bin Francesca, Gründerin von The Blooming Bag. Ich arbeite als Interim und Fractional Marketing Manager mit Unternehmen in Stuttgart, Berlin und deutschlandweit.
Lassen Sie uns reden — 30 Minuten reichen oft, um zu verstehen, ob und wie ich helfen kann.
Francesca de Sensi ist Gründerin von The Blooming Bag, einer Marketing-Beratung mit Fokus auf Struktur, Strategie und Interim Marketing. Sie arbeitet mit Startups und wachsenden Unternehmen in Stuttgart, Berlin und deutschlandweit.
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